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Erster Doadrio-Bericht 2014 · PDF · 284 KB
Dies ist die erste formale genetische Studie über den Perro Lobo Español, durchgeführt von Ignacio Doadrio am CSIC. Ihr Charakter sei gleich zu Anfang klargestellt: Es handelt sich weder um eine kommerzielle noch um eine Marketingstudie. Es ist eine explorative, wissenschaftlich solide Arbeit, die unter den Beschränkungen eines knappen Budgets entstand.
Ihr Ziel war konkret: zu prüfen, ob der Perro Lobo Español eine eigene genetische Grundlage besitzt, vergleichbar mit der Abgrenzung zwischen von der FCI anerkannten Rassen. Nicht mehr und nicht weniger. Und innerhalb dieser Grenzen sind die Ergebnisse belastbar.
Die 76 Exemplare stammten von ländlichen Anwesen —im funktionalen Einsatz als Wächter von Haus und Vieh— sowie von kontrollierten Zusammenkünften in Kantabrien. Enge Verwandtschaft wurde sorgfältig vermieden: Geschwister, gleiche Eltern. Die DNA wurde aus Speichel und Blut gewonnen.
Die Stichprobe ist repräsentativ für den historischen Kern der Rasse und methodisch im Einklang mit den Standards der Populationsgenetik des Hundes.
Die Analyse ermittelte 3 große genetische Gruppen. Der PLE geht nicht in der Gesamtheit der Hütehunde auf, sondern bewahrt eine eigenständige Identität.
Deutscher Schäferhund gegenüber Tschechoslowakischem Wolfshund: Mit diesen Markern trennen sie sich nicht gut, was stimmig ist, da der TWH eine junge, 1955 durch direkte Kreuzung mit Wölfen geschaffene Rasse ist.
Deutscher Schäferhund gegenüber Perro Lobo Español: klare und konsistente Trennung, obwohl mehrere Linien des Deutschen Schäferhundes einbezogen wurden.
Es besteht eine ausreichende genetische Grundlage, um den Perro Lobo Español als abgegrenzte, einer Rasse vergleichbare Population anzuerkennen. Dies ist die ausdrückliche Schlussfolgerung der Studie, ohne Einschränkung.
Die wissenschaftliche Redlichkeit der Arbeit verdient Hervorhebung. Die Studie sagt nicht, der PLE sei «rein», «ursprünglich» oder «unvermischt». Sie vergleicht ihn nicht mit dem Iberischen Wolf. Sie definiert keinen Rassestandard und beantragt keine FCI-Anerkennung. Es ist Populationsgenetik, keine kynologische Ideologie.
Nur 18 Mikrosatelliten (ideal wären 40 oder mehr). Es fehlen relevante Rassen wie der Villano, der Baskische Schäferhund oder der Can de Palleiro. Einige Vergleichsstichproben sind klein (Belgischer Schäferhund, Border Collie). Dennoch grenzt sich der PLE selbst unter diesen Einschränkungen ab, was das Ergebnis eher stärkt als schwächt.
Der PLE ist nicht einfach ein «seltsamer Deutscher Schäferhund». Er grenzt sich vom Deutschen Schäferhund besser ab als der Tschechoslowakische Wolfshund selbst. Diese Studie ist ein Grundstein, kein Schlusspunkt: Sie öffnet die Tür zu umfassenderen Untersuchungen, die ihre Befunde bestätigen und erweitern werden.